TYPO3 bildet mehrsprachige Websites als Kernfunktion vollständig im CMS ab. Ein automatisierter Übersetzungsservice beschleunigt dabei die Texterstellung. Struktur und Prüfung. Die Freigabe und Veröffentlichung bleiben weiterhin Teil des redaktionellen Prozesses.
TYPO3 ist ein vollwertiges „Multi Language CMS“
Mehrsprachigkeit ist in TYPO3 kein nachträglich ergänzter Sonderfall, sondern tief in der TYPO3-Core-DNA verankert. Sprachen, Seitenübersetzungen und lokalisierte Inhaltselemente gehören seit über 15 Jahren zur grundlegenden Struktur des Enterprise CMS.
Redakteure können als Standardfunktion eine bestehende Seite in eine oder mehrere weitere Sprachen übernehmen. TYPO3 erstellt dabei jeweils die benötigten Sprachversionen und ordnet sie eindeutig der ursprünglichen Seite zu. Die einzelnen Inhaltselemente sind weiterhin strukturell miteinander verbunden. Dadurch wird es möglich, das gleiche Bild über alle Sprachen zu verwenden, ohne es mehrmals hinzufügen zu müssen, dabei aber beispielsweise eine Übersetzte Bildunterschrift zu verwenden. Hinzu kommt, dass man parallel mehrere Übersetzungen gleichzeitig bearbeiten kann, je nach Status der Fertigstellung.
Damit unterscheidet sich TYPO3 von vielen anderen häufig eingesetzten CMS-Systemen. Bei WordPress und vergleichbaren Lösungen, wird Mehrsprachigkeit meistens erst durch zusätzliche Erweiterungen oder getrennte Installationen ergänzt. Hinzu kommt, dass die „Mehrsprachigkeit“ nur vorgegaukelt wird, da es zwischen den Sprachderivaten keine logischen Verbindungen gibt. Damit muss die Redaktion immer daran denken, in allen Sprachen die Änderungen und Anpassungen durchzuführen, wenn sich ein Bild ändert oder ähnliches.
Erschwerend kommt hinzu, dass auch seiteninterne Links (OnPage-SEO) nicht automatisiert nach der Sprache gesetzt werden, von logischen „hreflang-Tags“ ganz zu schweigen. Häufig sieht man daher in Corporate Websites, dass Textlinks plötzlich in die Standardsprache verlinken und nicht in die aktuell aktive Sprache. Derartige Sprachmischungen finden Suchmaschinen gar nicht gut und vergeben dafür gerne mal das eine oder andere Penalty in diesem Bereich. Wer dann mehrere dieser „kleinen Sprachfehlerchen“ in der Seite hat, ist nicht mehr trennscharf zu klassifizieren für die Algorithmen und wird abgewertet bei den Keywords. Vor allem wenn es sich um Schlüsselseiten handelt, die dann in unterschiedlichen Sprachen verschiedene Keywords verwenden. Beispielsweise „Versicherung“ in DE und „Insurance“ in EN. Ziel des Themas für den Besucher gleich, Sprache und Keywords komplett anders…
TYPO3 verwaltet dagegen bereits im Kern die Sprachstruktur, die Zuordnung der Inhalte und die technische Ausgabe der einzelnen Sprachversionen.
Aber wenn es zwei unabhängige Seitenbäume sind, ist doch egal oder?
Nein, das ist es eben leider nicht. Gerade wenn man tiefer in die Funktion einsteigt, wird es dann zum tiefgehenden Systemproblem. Denken wir einfach mal an die Felder, die in einem Formular übersetzt werden müssen. Da geht’s nicht nur um die Feldbezeichnung „Nachname“ in DE oder „Lastname“ in EN, sondern auch „Straße“ oder „Street“, „PLZ“ oder „Zip“ und…und…und…
Dass die Adressen in der Regel anders formatiert sind, lassen wir mal außer Acht. Aber was ist eigentlich mit Systembegriffen, beispielsweise einen „Abschicken“-Button. Der muss ja ebenfalls übersetzt werden. Da wird es dann schnell komplex und die Frage ist nur, wie tolerant sie sich geben ihrem eigenen System gegenüber. SEO-Technisch ist das alles Nonsens und sollte sauber geplant sein. Aber eben mit einem Multi Language System.
Der klassische Übersetzungsprozess in TYPO3
Bei einer mehrsprachigen TYPO3 Website erstellt die Redaktion zunächst die Seite in der Ausgangssprache (Default Language, „L=0“).
Nach der Freigabe übernimmt der Redakteur die bestehende Seitenstruktur in die gewünschte Zielsprache, die allerdings im Typo3-Core vorkonfiguriert sein muss. TYPO3 erstellt daraus technisch eine neue Sprachversion. Inhaltselemente, Seiteneinstellungen und Zuordnungen bleiben erhalten.
Anschließend bearbeitet der Redakteur die einzelnen Inhalte. Er sieht den Originaltext und trägt die jeweilige Übersetzung in die vorgesehenen Felder ein.
Nach der Fertigstellung erfolgt die Veröffentlichung im normalen TYPO3 Prozess. Die neue Sprachversion wird mit den erforderlichen Sprachinformationen, „hreflang“ Angaben, sprachabhängigen Sitemaps, einem Canonical-Tag bei Bedarf und weiteren dynamischen Inhalten ausgegeben. Der gesamte Ablauf ist im System und durch Logfiles nachvollziehbar.
Bei umfangreicheren TYPO3 Installationen können zusätzlich Workspaces und weitere redaktionelle Freigabestufen eingesetzt werden, damit die Prozesse nachvollziehbar bleiben auch bei tieferer Hierarchie in der Redaktion.
Der automatisierte Service ersetzt nur die manuelle Übersetzung
Mit einer Erweiterung für automatische Übersetzungen bleibt dieser grundsätzliche Prozess erhalten.
Der Redakteur erstellt weiterhin zunächst die Seite in der Ausgangssprache. Auch die technische Anlage der neuen Sprachversion erfolgt weiterhin über den vorgesehenen TYPO3 Prozess.
Neu ist lediglich der eigentliche Übersetzungsschritt.
Statt jeden Text manuell zu übertragen, kann der Redakteur einzelne Felder oder komplette Inhaltsbausteine an einen automatisierten Übersetzungsservice (einer LLM als Beispiel oder einem manuellen Übersetzungsdienst) übergeben. Im Hintergrund werden ausschließlich die vorgesehenen Textinhalte verarbeitet.
Als automatisierter technischer Dienst kann dabei beispielsweise DeepL eingesetzt werden. Abhängig von den Anforderungen sind jedoch auch andere Übersetzungsdienste oder individuelle Schnittstellen denkbar. Als Translation-Manager eingesetzt erkennt DeepL die Ausgangssprache automatisch und berücksichtigt bei der Übersetzung individuell den Kontext und die Satzstruktur, statt Begriffe nur einzeln und „stumpf“ zu ersetzen. Dies bringt den großen Vorteil gegenüber einfacheren, wortbasierten Übersetzungsdiensten wie beispielsweise „Google Translate“ oder der vergleichbare „Microsoft Translator“. Auf diese beiden greifen die mittlerweile sehr weit verbreiteten Übersetzungs-Extensions in Browsern zu.
Für unternehmensspezifische Fachbegriffe, Produktnamen oder Markenformulierungen lassen sich zusätzlich eigene Terminologielisten hinterlegen. Damit werden festgelegte Begriffe bei jeder Übersetzung konsistent verwendet, statt bei jedem Durchlauf erneut manuell korrigiert werden zu müssen. Die Königsdisziplin hierbei sind Sogenannte „Homonyme“. Dies sind Wörter, die zwar gleich geschrieben werden, aber je nach Fachgebiet völlig unterschiedliche Bedeutungen haben. Das stellt automatisierte Übersetzungsdienste vor besondere Herausforderungen, die sie sonst manuell alle nachkorrigieren müssten. Häufig führen daher einzelne Wörter mit mehreren Fachbedeutungen ohne Kontextprüfung schnell zu Fehlern.
Da wird "Feder" im Maschinenbau-Kontext versehentlich oft mit "feather" übersetzt, statt mit "spring", wie es für ein Bauteil mit dämpfender oder rückziehender Wirkungsweise im technischen Sinn korrekt wäre. Ebenso wird beispielsweise "Leiter" im Unternehmenskontext auch fälschlich mit "ladder" übersetzt, statt mit "manager" oder "head", wie es für eine Person in einer Führungsposition korrekt wäre. Genau für solche Fälle lassen sich über eine Terminologieliste eindeutige, feste Übersetzungen für Fachtermini hinterlegen.
Nach Abschluss der Übersetzungsleistung werden die Texte automatisch an TYPO3 zurückgegeben und in die jeweils vorgesehenen Datenfelder der Sprachversion eingetragen.
Die bestehende Seitenstruktur ist davon unberührt bzw. wird lediglich in eine weitere Sprache übersetzt.
Übersetzte Inhalte bleiben vollständig bearbeitbar
Die automatische Rückgabe ist noch keine Veröffentlichung!
Der Redakteur erhält die übersetzten Inhalte direkt in den jeweiligen TYPO3 Feldern. Dort kann er jeden Text prüfen und bei Bedarf anpassen.
Fachbegriffe, Produktnamen oder unternehmensspezifische Formulierungen lassen sich gezielt korrigieren. Auch sprachliche Anpassungen für einzelne Märkte oder Zielgruppen bleiben möglich.
Ist eine Übersetzung nicht passend, kann das betreffende Feld erneut an den Übersetzungsservice übergeben werden. Dafür muss weder die gesamte Seite neu erstellt noch der vollständige Übersetzungsvorgang wiederholt werden. Lediglich das TYPO3 muss für diesen Prozess vorgesehen und vorbereitet sein.
Der Redakteur entscheidet weiterhin über den finalen Inhalt. Der automatisierte Service beschleunigt in diesem Fall die Erstellung des ersten Übersetzungsstands und die weitere Überarbeitung.
Der bestehende Freigabeprozess bleibt erhalten
Nach Abschluss der redaktionellen Prüfung beginnt der reguläre Freigabeprozess.
Der eingangs aufgezeigte Ablauf ist davon unberührt und steht weiterhin vollständig zur Verfügung. Das betrifft sowohl die technische Sprachverwaltung als auch die Veröffentlichung, Protokollierung und mögliche zusätzliche Freigabeebenen.
Die automatisierte Übersetzung erfolgt somit nicht außerhalb des CMS. Sie wird kontrolliert in den bestehenden TYPO3-Prozess eingebunden.
Es gehen keine ungeprüften Übersetzungen direkt auf der Website live. Erst nach der redaktionellen Prüfung und der vorgesehenen Freigabe wird die neue Sprachversion veröffentlicht.
Redaktionelle Kontrolle im Hinblick auf den AI Act
Der AI Act enthält Transparenzanforderungen für bestimmte Inhalte, die mit künstlicher Intelligenz erzeugt oder bearbeitet wurden. Relevant kann dies besonders bei Texten sein, die der Information der Öffentlichkeit über Angelegenheiten von öffentlichem Interesse dienen.
Dabei ist nicht nur entscheidend, welches technische Werkzeug verwendet wird. Ebenso wichtig ist, wie der vollständige redaktionelle Prozess aufgebaut ist.
Eine automatisierte Übersetzung sollte deshalb immer mit klaren Zuständigkeiten, einer fachlichen Prüfung und einer bewussten Freigabe verbunden werden.
Der hier beschriebene TYPO3 Prozess unterstützt genau diese Trennung. Der Übersetzungsservice erstellt einen ersten Textstand. Die Verantwortung für Prüfung, Anpassung und Veröffentlichung obliegt weiterhin der Redaktion.
Eine technische Integration allein stellt keine rechtliche Konformität her. Sie kann jedoch die notwendigen Abläufe strukturiert und nachvollziehbar im CMS abbilden. Hinzu kommt, dass sie individuell die Informationen dem AI Act entsprechend angeben müssen, wenn sie für diesen Inhalt angezeigt ist. Da muss dann die Information ebenfalls in der richtigen Sprache abgebildet werden. Zudem haben wir auch hierfür bereits einen Prozess für unsere Kunden, damit die Nachweise zum AI Act zukünftig im vorgegebenen Maße erfüllt werden können.
Individuelle Integration durch NEWEGO
NEWEGO integriert automatisierte Übersetzungsdienste direkt in bestehende TYPO3 Installationen.
Dabei geht es nicht nur um die technische Schnittstelle. Wir stimmen auch den gesamten Ablauf auf die Website, die Inhalte und die interne Organisation des Kunden ab.
Dazu gehören die Auswahl der geeigneten Inhalte, die Definition der zu übersetzenden Felder, die Konfiguration von Rollen und Rechten sowie die Einbindung in vorhandene Freigabeprozesse.
Auch individuelle Inhaltselemente, Erweiterungen und dynamisch erzeugte Datensätze können berücksichtigt werden.
Bei komplexen Installationen lässt sich die automatische Übersetzung zusätzlich mit TYPO3 Workspaces oder mehrstufigen Freigaben verbinden.
So entsteht kein separater Übersetzungsprozess neben dem CMS. Der Service wird als kontrollierter Arbeitsschritt in den bestehenden redaktionellen Ablauf eingebunden.
Fazit
TYPO3 verwaltet mehrsprachige Websites bereits vollständig und strukturiert. Ein automatisierter Übersetzungsservice ersetzt dabei nicht das Sprachkonzept, die technische Verwaltung oder den Freigabeprozess.
Automatisiert wird ausschließlich der bisher manuelle Übersetzungsschritt. Die zurückgegebenen Inhalte bleiben einzeln bearbeitbar und werden vor der Veröffentlichung redaktionell geprüft.
Unternehmen können neue Sprachversionen dadurch deutlich effizienter erstellen. Gleichzeitig bleiben Struktur, Qualität und Verantwortung vollständig im bestehenden TYPO3 Prozess erhalten.
Übersetzt der Service die komplette TYPO3 Seite automatisch?
Der Service übersetzt die dafür vorgesehenen Textfelder. Seitenstruktur, Inhaltselemente und Sprachzuordnungen werden weiterhin durch TYPO3 verwaltet.
Werden die Übersetzungen sofort veröffentlicht?
Nein. Die übersetzten Inhalte werden zunächst in die entsprechenden TYPO3 Felder zurückgeschrieben. Danach prüft und bearbeitet die Redaktion die Texte.
Können einzelne Inhalte erneut übersetzt werden?
Ja. Einzelne Felder oder Inhaltsbausteine können erneut an den Übersetzungsservice übergeben werden.
Können verschiedene Übersetzungsdienste eingesetzt werden?
Ja. Je nach technischer Integration können beispielsweise DeepL oder andere geeignete Dienste angebunden werden.
Bleibt ein zusätzlicher Freigabeprozess möglich?
Ja. Vorhandene TYPO3 Workspaces und individuelle Freigabestufen bleiben weiterhin nutzbar.
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