Zurück zur Übersicht 08. Januar 2026

Dezember 2025 Core Update von Google: Inhalte stehen im Fokus

Von: Martin Seyfried

Wie soll es auch anders sein, zum Abschluss eines turbulenten Jahres haute Google noch ein Update raus.

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Zwischen dem 11. - 29. Dezember hat Google das letzte große Core Update 2025 ausgerollt. Die Änderungen betreffen vor allem die Qualität und Herkunft von Inhalten, die dadurch neu bewertet wurden. In diesen knapp 3 Wochen wurden KI-Inhalte neu bewertet, menschliche Expertise gewinnt deutlich an Gewicht, was sich direkt in den massiven Rankingveränderungen zeigt.

Einordnung des Dezember 2025 Core-Updates

Das Dezember Core Update markiert den Abschluss der Algorithmus-Anpassungen als Basis für 2026. Wie bei Core-Updates üblich, handelt es sich nicht um eine einzelne Maßnahme, sondern um eine breit angelegte Neubewertung bestehender Rankings. Daher ist auch das Herausgreifen einzelner Maßnahmen nicht so einfach möglich. Dennoch ist uns bei der wöchentlichen „SEO-Prüfung unserer Kunden“ einiges aufgefallen, was wir gerne weiter geben. 

Auffällig ist der klare Fokus auf Inhalte. Google bewertet stärker, wie Inhalte entstehen, nicht nur was sie enthalten. Dementsprechend ist Quantität nicht mehr wichtiger als Qualität, wie das in den letzten Monaten leider häufig aufgetaucht ist. Die Content-Farmen, die im Akkord Inhalte durch die KI generiert haben, um Suchmaschinensichtbarkeit zu erreichen, werden nun das Nachsehen haben. Damit setzt sich ein Trend fort, den wir unseren Kunden bereits seit längerem erklären und der schon in früheren Updates sichtbar war. Nun wird das Ergebnis aber deutlich konsequenter umgesetzt, was im Interesse unserer Kunden ist, die ihre Inhalte mit viel Qualität erstellen.

KI-Inhalte unter verschärfter Beobachtung

Ein zentrales Signal des Updates betrifft rein KI generierte Inhalte. Seiten, deren Inhalte vollständig automatisiert erzeugt wurden und keine erkennbare menschliche Redaktion aufweisen, haben in vielen Fällen Rankingverluste verzeichnet. Natürlich erkennt die KI jene Texte, die von ihr selbst (als LLM) oder einer ihrer Kollegen generiert wurde. Lieblos und ohne Sinntiefe, meist ohne wirkliche Kernaussage und viel KI-Blabla.

Davon zu unterscheiden sind jene Inhalte, die mit Unterstützung von künstlicher Intelligenz erstellt, aber fachlich geprüft, ergänzt und verantwortet wurden. Diese Kombination aus Technologie und Expertise wurde sichtbar aufgewertet. Das empfinden wir als sehr positiv, denn die KI unterstützt natürlich auch uns stark in der täglichen Arbeit und bei der Webseiten-Entwicklung oder SEO-Optimierung. In vielen Fällen sind globalere Zusammenhänge, insbesondere auch in technischer Sicht, durch die KI leicht zu finden. Und für tiefgreifende Themen lässt man einfach einen „Deep Search“ laufen. Aber Ergebnis ist eben nicht gleich Ergebnis.

Menschliche Expertise als Ranking Faktor

Mit dem Dezember Core Update verschiebt Google den Bewertungsmaßstab deutlich in Richtung „verantworteter Inhalte“. Experten sind also Trumpf! Entscheidend ist nicht mehr ausschließlich, ob ein Text fachlich korrekt erstellt wurde. Sondern auch im Detail ob nachvollziehbar ist, wer den Text erstellt hat und sich dafür verantwortlich zeigt. 

Inhalte mit klarer „menschlicher“ Autorenstruktur, überprüfbarer Fachkompetenz und konsistenter redaktioneller Linie zeigen messbare Vorteile. Besonders sichtbar ist das bei Websites, die bereits eine langjährige thematische Tiefe für das relevante Thema aufweisen. Wenn dies also im eigenen Kompetenzumfeld zu neuen Artikeln führt, so ist das positiver als eine undefinierte Sammlung diverser Themen; rein um aktuelle Informationen abzubilden. Google erkennt hier natürlich die Zusammenhänge über einzelne Texte hinaus. Damit wird Expertise als Gesamtsignal und daher global bewertet, nicht isoliert pro URL oder (Fach-)Artikel. 

Gleichzeitig verlieren Seiten an Sichtbarkeit, bei denen Inhalte zwar formal korrekt sind, aber austauschbar wirken. Typische Muster rein generischer KI-Texte lassen sich algorithmisch erkennen. Dazu zählen fehlende Perspektive, geringe Belastbarkeit in der Argumentation und das Ausbleiben konkreter Erfahrungswerte oder Handlungsempfehlungen.

Technische Bewertung von KI gestützten Inhalten

Das Update zeigt, dass Google zwischen KI als Werkzeug und KI als Ersatz für Redaktion künftig klar unterscheidet. Diejenigen Inhalte, die zwar mit KI vorbereitet oder vielleicht strukturiert wurden, aber anschließend fachlich geprüft und ergänzt wurden, profitieren auf der ganzen Linie. 

Technisch betrachtet fließen dabei mehrere Bewertungen zusammen. Dazu gehören die semantische Konsistenz, inhaltliche Tiefe über mehrere Dokumente hinweg sowie z.B. auch die mögliche Übereinstimmung von Autor, Thema oder gar der Domain-Historie. Auch stilistische Brüche, die auf automatisierte Serienproduktion hindeuten, werden stärker gewichtet. Häufig werden die Inhalte immer aus dem gleichen Prompt erstellt. Dieser erzeugt dann auch in der Regel die gleichen stilistischen Elemente und Textabfolgen. Natürlich möchte jeder Webseitenbetreiber, dass sich alle seine Texte gleich und in seinem Sprachstil (CI = Corporate Identity) anhören. Wer dabei die Texte aber nicht durch SEO-Spezialisten wie bei uns in der Agentur prüfen lässt läuft Gefahr, dass durch Wiederholungen eine SERP-Abwertung der eigenen Inhalte passiert. 

Damit erhöht sich der Anspruch an Content Prozesse und die Erstellung von „human generierten Inhalten“ wie vor 10 Jahren. Es reicht nicht mehr aus, Texte nachträglich leicht zu überarbeiten. Google erkennt, ob Inhalte originär gedacht, eingeordnet und weiterentwickelt wurden.

Visuelle Halluzinationen als „Qualitäts-Falle“

Ein oft unterschätzter Stolperstein und ein regelrechter „Fingerabdruck“ von KI-Content liegt in der automatisierten Generierung von Bildern, Statistiken und Infografiken. Während moderne Tools zwar optisch ansprechende Bilder und Grafen liefern, schleichen sich hier häufig subtile Logikfehler ein: 6 Finger an einer Hand, Schreibfehler im Hintergrund, verzerrte Skalierungen in Grafen, widersprüchliche Datenpunkte oder unsinnige Achsenbeschriftungen. Für den flüchtigen Leser mag das im ersten Moment professionell aussehen, doch für die automatisierte Qualitätsprüfung von Google sind solche visuellen Halluzinationen ein 100%-Indiz für ungeprüften „Fast Content“ und werden daher negativ gewertet. Ein Fachmann würde einen logischen Fehler im Bildinhalt oder einer Statistik sofort erkennen und korrigieren – die KI hingegen produziert ihn blind. Wer solche Bildinhalte und Grafiken ohne Experten-Check veröffentlicht, liefert Google ein eindeutiges Signal für mangelnde redaktionelle Sorgfalt und riskiert die Abwertung der gesamten Seite.

Einordnung im Kontext des EU AI-Act

Erschwerend kommt in ca. 8 Monaten eine EU-weite Neuerung hinzu. Der „AI-Act“. 

Dies ist die Verordnung (EU) 2024/1689, die bereits verabschiedet zum 01.08.2026 in Kraft tritt. Ihre Basis bilden zentralen Transparenzpflichten zur Auszeichnung jeglicher Inhalte mit der entsprechenden Information. Kurz gesagt muss man zwingend überall angeben, ob ein Inhalt KI-generiert oder menschlich erstellt ist. Zum Zeitpunkt des Dezember Core-Updates bestehen folglich noch keine rechtlich bindenden Vorgaben zur Kennzeichnung von KI generierten Inhalten im Web. 

Trotzdem lassen sich klare Parallelen erkennen und wer glaubt denn, Konzerne wie Alphabet, Apple oder Microsoft würden sich nicht schon heute darauf vorbereiten. Das Update zeigt, dass Google als Suchmaschinen-Hero bereits heute verstärkt danach unterscheidet, wie Inhalte entstehen und wer sie verantwortet. Rein automatisiert erzeugte Inhalte verlieren an Gewicht, während fachlich geprüfte und redaktionell verantwortete Contents und Stories profitieren. Aktuell geht es noch um die Suchmaschinen-Positionen der Ergebnisse.

Aus heutiger Sicht spricht allerdings vieles dafür, dass Google seine Bewertungssysteme frühzeitig auf kommende, regulatorische Anforderungen vorbereitet. Die Fähigkeit, Inhalte nach ihrem Entstehungskontext einzuordnen, ist technisch notwendig, um künftig Transparenz, Verantwortung und Qualität differenziert bewerten zu können. 

Damit entsteht bereits vor dem Inkrafttreten des AI-Act ein faktischer Standard, der sich langsam aber sicher etablieren wird. Herkunft, Autorenschaft und fachliche Verantwortung werden nicht nur regulatorisch relevant, sondern entwickeln sich schrittweise zu algorithmischen Qualitätsmerkmalen, auch für automatisierte und maschinelle Bewertungen.

Zum Original AI-Act der EU (CELEX 32024R1689): https://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/ALL/?uri=CELEX:32024R1689

Eine Fachinformation für Deutschland zum AI-Act durch die Bundesregierung finden sie unter: https://www.bundesregierung.de/breg-de/aktuelles/ai-act-2285944

Zitat: „Es gibt außerdem eine Transparenzpflicht. Das heißt, künstlich erzeugte oder bearbeitete Inhalte (Audios, Bilder, Videos) müssen eindeutig als solche gekennzeichnet werden.“

Abgrenzung zu früheren Core-Updates

Frühere Updates in 2023, 2024 und Anfang 2025 hatten ähnliche Schwerpunkte, jedoch mit geringerer Durchschlagskraft. Das Dezember 2025 Update wirkt konsolidierend und zeigt die Richtung ziemlich eindeutig an. Angekündigte Prinzipien werden nun konsequent angewendet, realer und informativer Inhalt mit Expertenwissen gewinnt das Rennen.

Websites, die sich frühzeitig auf fachliche Tiefe und redaktionelle Prozesse konzentriert haben, zeigen stabile oder verbesserte Rankings. Seiten mit kurzfristig skalierten Inhaltsstrategien, Content-Farmen und SEO-Verteilerseiten wie in den 2000ern, geraten zunehmend unter Druck.

Fazit

Das Dezember 2025 Core Update bestätigt einen klaren Kurs, den wir gerade unseren B2B-Kunden bereits seit Monaten nahelegen. Google bewertet nicht das eingesetzte Werkzeug, sondern die Qualität der Verantwortung dahinter. KI bleibt ein akzeptiertes Mittel, verliert jedoch ihren Vorteil als Abkürzung und muss mit Bedacht und vor allem fachlicher Expertise (Thema und Aussage des erstellten Artikels / der Unterseite) eingesetzt werden. 

Wer Inhalte erstellt, sollte Kompetenz sichtbar machen, Prozesse sauber dokumentieren und Texte als fachliche Leistung verstehen. Genau dort liegt die langfristige Stabilität in der organischen Suche. Hinzu kommt, dass klassische SEO-Maßnahmen immer noch genauso, wenn nicht noch wichtiger sind, als vor 15 Jahren. Es geht nicht nur um den Platz in der Suchmaschine, sondern nun auch noch um den Platz in der KI-Information in der Suchmaschine oder gleich die Nennung in der LLM direkt. Dabei ist es egal, ob es sich um Gemini, ChatGPT, Claude oder Perplexity handelt. Alle LLM-Modelle können sich nur auf fundierte und bewertbare Informationen stützen, die mit einer Vielzahl an SEO-Teilen sichtbar werden.

 

Erstellt mit Informationen aus einer KI Recherche.

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