Zurück zur Übersicht 08. Januar 2026

Was ist der AI Act?

Der AI Act ist ein Gesetzgebungsrahmen der Europäischen Union, mit dem der Einsatz von Künstlicher Intelligenz erstmals einheitlich und verbindlich reguliert wird. Ziel ist es, Innovation zu ermöglichen und gleichzeitig Grundrechte, Sicherheit und Transparenz im Umgang mit KI-Systemen sicherzustellen. Der AI Act gilt für alle Unternehmen, die KI-Systeme in der EU entwickeln, vertreiben oder einsetzen, unabhängig davon, ob sie ihren Sitz innerhalb oder außerhalb der EU haben.

Kern des AI Act ist ein risikobasierter Regulierungsansatz. KI-Systeme werden danach bewertet, welches Risiko sie für Menschen, Gesellschaft und demokratische Prozesse darstellen. Je höher dieses Risiko, desto strenger sind die rechtlichen Anforderungen. Besonders reguliert werden sogenannte Hochrisiko-KI-Systeme, etwa in den Bereichen Personalrekrutierung, Kreditvergabe, medizinische Diagnostik oder sicherheitsrelevante Infrastrukturen.

Ab dem 01.08.2026 erweitert der AI Act diese Regulierung ausdrücklich auf KI-generierte und KI-unterstützte Inhalte. Texte, Bilder, Videos, Audioinhalte und vergleichbare Medien müssen dann nachvollziehbar kennzeichnen, in welchem Umfang Künstliche Intelligenz an ihrer Erstellung beteiligt war. Ziel ist es, für Nutzer, Kunden und Behörden transparent erkennbar zu machen, ob ein Inhalt vollständig automatisiert erzeugt wurde, ob KI unterstützend eingesetzt wurde oder ob er überwiegend menschlichen Ursprungs ist.

Dabei unterscheidet der AI Act sinngemäß zwischen vollständig KI-erstellten Inhalten, hybriden Inhalten mit KI-Unterstützung und menschlicher Prüfung sowie rein menschlich erstellten Inhalten. Diese Einordnung betrifft nicht nur klassische Medien, sondern insbesondere auch Marketing-, Informations- und Schulungsinhalte von Unternehmen. Entscheidend ist weniger die verwendete Technologie als vielmehr die Nachvollziehbarkeit von Herkunft, Kontrolle und Verantwortung.

Für Unternehmen bedeutet dies eine neue Verpflichtung zur Inhaltsklassifizierung und Dokumentation. Prozesse zur Kennzeichnung, Prüfung und Freigabe von Inhalten werden ab 2026 zu einem relevanten Bestandteil von Compliance, Qualitätsmanagement und digitaler Kommunikation. Der AI Act verankert damit Transparenz nicht nur auf System-, sondern erstmals auch auf Inhaltsebene und macht den verantwortungsvollen Umgang mit KI öffentlich überprüfbar.

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